Parallaxenfehler
In der Messtechnik kann der Parallaxenfehler auftreten, wenn ein Messgerät aus verschiedenen Blickwinkeln abgelesen wird. Wenn der Abstand zwischen dem Messgerät und dem Beobachter groß ist und das Messgerät nicht senkrecht zur Sichtlinie ausgerichtet ist, kann ein scheinbarer Versatz in der Messung auftreten. Dies kann zu ungenauen oder fehlerhaften Messergebnissen führen.
Parallelendmaße
Bei Endmaßen handelt es sich um Blöcke, die zum Prüfen und Kalibrieren von bestimmten Messgeräten und Prüfmitteln benutzt werden, aber auch bei der direkten Messung als sekundäre Normale verwendet werden können. Sie zeichnen sich durch eine hohe Genauigkeit bezüglich ihrer Maßverkörperung aus. Endmaße kommen in verschiedenen Formen vor. Parallelendmaße sind eine davon. Es handelt sich um quaderförmige Blöcke mit hoher Längengenauigkeit. Sie lassen sich dank ihrer hohen Oberflächengüte durch Adhäsionskräfte aneinander setzen, wobei sie nach einigen Stunden wieder voneinander getrennt werden sollten, um ein Kaltverschweißen zu vermeiden. Von den Längenmaßverkörperungen stellen Parallelendmaße diejenigen mit den kleinsten Messunsicherheiten dar. Neben Parallelendmaßen gibt es auch Winkel-, Kugel-, Zylinder- oder Stufenendmaße. Gefertigt werden Endmaße in der Regel aus Stahl, welcher jedoch einen hohen Pflegebedarf hat. Endmaße aus Hartmetall sind zwar widerständiger gegen Verschleiß, haben jedoch ungünstigere Wärmeausdehnungseigenschaften als Stahl. Endmaße aus Keramik zeichnen sich durch eine besonders hohe Verschleißfestigkeit, einer günstigen Wärmeausdehnung und einem geringen Gewicht sowie geringen Pflegebedürfnissen aus.
Parallelität
Die Parallelität ist nach der euklidischen Geometrie so definiert, dass zwei Geraden dann parallel sind, wenn sie in einer Ebene liegen und einander nicht schneiden. Im dreidimensionalen Raum bedeutet das, dass eine Gerade parallel zu einer Ebene verläuft, wenn sie in der Ebene selbst liegt, oder diese nicht schneidet. Genauso sind zwei Ebenen parallel, wenn sie ineinander liegen oder einander nicht schneiden. Zwei Geraden, die nicht in einer Ebene liegen, werden windschief genannt. Sie sind weder parallel, noch haben sie eine Schnittpunkt. In den Form- und Lagetoleranzen wird die Parallelität neben der Rechtwinkligkeit und der Winkligkeit den Richtungstoleranzen zugeordnet. Sie stellt somit eine Lagetoleranz dar, und wird für Flächen und Achsen definiert. Tolerierte Flächen müssen zwischen zwei Ebenen, liegen die parallel zum Bezug liegen. Tolerierte Achsen müssen in einem Zylinder liegen, dessen Achse parallel zum Bezug liegt. Um die Parallelität zu prüfen, eignen sich verschiedene optische und taktile Messmethoden und -geräte.
Passstifte
Stifte bezeichnen im Maschinenbau einfache Maschinenelemente, die Werkstücke miteinander verbinden. Stifte ermöglichen also eine Passung zwischen zwei Bauteilen. Daher werden sie auch Passstifte genannt. Sie existieren in verschiedenen Ausführungen, wie beispielsweise Zylinderstifte, Kegelstifte, Spannstifte oder Kerbstifte. Dabei gibt es Mischformen. Stifte werden dazu genutzt, Werkstücke formschlüssig miteinander zu verbinden. Der Stift wird dabei in eine durch alle Teile durchgehende Bohrung eingeführt, oder eingetrieben. Wenn ein Stift in eine Bohrung gepresst wird, entsteht eine Presspassung. Für verschiedene Anwendungen und Ansprüche an die Verbindung der Teile eignen sich verschiedene Stifte: Zylinderstifte werden in der Regel bei Verbindungen verwendet, die kaum oder nie gelöst werden müssen.. Kegelstifte wiederum eignen sich gut bei häufiger Demontage und Montage. Kerbstifte halten auch in sehr glatten Bohrungen rüttelfest, sogar bei Wiederverwendung. Spannstifte sind besonders einfach einzutreiben und ebenfalls gut wiederverwendbar. Um eine informierte Entscheidung bei der Wahl eines Passstiftes zu treffen, wird die müssen die gewünschte Verbindungsstärke, eventuelle wiederholte Montageprozesse und Beanspruchung durch physikalische Kräfte und Materialverschleiß mit eingerechnet werden.
Passungssystem
Eine Passung bezeichnet im Maschinenbau die maßliche Beziehung zweier Teile, die ohne Nacharbeit zusammen passen sollen. Passungssysteme dienen dazu, eines der beiden Werkstücke, die eine Passung ergeben sollen, so einheitlich wie möglich zu fertigen und notwendige Toleranzen in das andere Werkstück zu verlegen. Die Geschichte moderner Passungssysteme geht in die Anfänge des zwanzigsten Jahrhunderts zurück. Schon vor 1914 hatten mehrere Firmen Passungssysteme entwickelt, die daraufhin nach dem Ersten Weltkrieg zu dem System der DIN-Passungen weiterentwickelt wurden. Passungen sind also genormt. Bei Passungsangaben in technischen Zeichnungen werden Innenmaße und Außenmaße getrennt betrachtet. Die Einheitsbohrung ist neben der Einheitswelle das weiter verbreitete von zwei Verfahren. Nach diesen Passungssystemen können sich unterschiedliche Passungen ergeben: Spielpassungen, also Passungen bei denen am Ende ein Spiel zwischen den beiden Teilen ermöglicht wird; Übergangspassungen, die mit eher geringem Druck fügbar sind; letztlich Übermaßpassungen, bei denen die zwei Teile am Ende nur mit Druck oder großem Druck fügbar sind.
Pferch Prinzip
Beim Pferch-Prinzip handelt es sich um ein Ausgleichsverfahren für die Auswertung von Messwerten und eine der Grundlagen der Koordinatenmesstechnik. Immer, wenn ein Geometrieelement mit mehr Punkten erfasst wird, als die Mindestantastpunktzahl vorgibt, erhält man eine Streuungsangabe. Diese kann Aussagen über die Güte einer Messung und des Werkstücks machen. Allerdings führt die Antastung mit mehr Punkten, als mathematisch notwendig sind, zu einer Überbestimmung eines Standardgeometrieelements. Daher muss anschließend durch ein Ausgleichsverfahren ein passendes Ersatzelement berechnet werden. Das Pferchprinzip ist neben dem Gaußsche Ausgleichsverfahren, dem Prinzip des Hüllkreises und dem Ausgleichsverfahren des Minimumkreises eines dieser Ausgleichsverfahren und berechnet einen Kreis so, dass alle Messpunkte außerhalb des Kreises liegen, während der Durchmesser des Kreises so groß wie möglich ist. So können beispielsweise Geometriedaten von Bohrungen bestimmt werden, wenn Paarungsmaße geprüft werden. Da das Prinzip des Pferchkreises, wie auch das Hüllprinzip, sehr anfällig für Ausreißer sind, empfiehlt es sich, diese vor der Anwendung zu eliminieren.
Photogrammetrie
Photogrammetrie, auch Bildmessung genannt, bezeichnet eine Reihe von berührungslosen Messmethoden, bei denen aus Fotografien eines Messobjekts seine Lage oder Form indirekt bestimmt werden. Dabei steht eine dreidimensionale Rekonstruktion des Objekts im Vordergrund, wie beispielsweise die Erstellung eines digitalen Modells des Messobjekts. In der 3D Messtechnik sind photogrammetrische Verfahren ein nützliches Werkzeug, so kommen sie zum Beispiel bei der Feststellung der Oberflächengüte, bei der Digitalisierung von Objekten oder beim Reverse Engineering zum Einsatz. Sie bieten eine Möglichkeit, aus zweidimensionalen Bilder 3D-Daten zu gewinnen. Sowohl für sehr kleinformatige als auch für extrem großformatige Messobjekte ist die Photogrammetrie eine geeignete Messmethode. Mithilfe der Nahbereichsphotogrammetrie können Objekte von wenigen Zentimetern bis zu ca. 100 m Größe akkurat erfasst werden, während die Luftbildphotogrammetrie beispielsweise bei der Kartografie ganzer Kontinente zum Einsatz kommt. Photogrammetrie ist die am meisten eingesetzte Digitalisierungstechnik für Computerspiele, interaktive 3D Anwendungen und 3D Assets für digitale Filmsets.
Planparallelität
Bei der Planparallelität wird die Parallelität zweier Planflächen bezeichnet.Planarität bezeichnet dir räumliche Anordnung von Punkten in einer Ebene. Diese Punkte werden als plan bezeichnet. Plan bedeutet also 'in einer Fläche'. Zwei plane Flächen, die parallel zueinander verlaufen, sind planparallel. Um planparallele Oberflächen auszurichten oder herzustellen, müssen die geforderten Toleranzen und Werkstoffeigenschaften beachtet werden. Außerdem sind besonders präzise Werkzeugmaschinen notwendig.
Polygonmodell
In-Line-Messtechnik bezieht sich auf den Einsatz von Messgeräten und -instrumenten in Produktionslinien, um Messungen direkt während des Herstellungsprozesses durchzuführen. Der Zweck besteht darin, sicherzustellen, dass die produzierten Teile oder Bauteile die erforderlichen Spezifikationen und Toleranzen erfüllen und somit die Qualität der Endprodukte sicherzustellen.
PolyWorks
PolyWorks ist eine umfassende Software für die 3D-Messtechnik, die eine Vielzahl von Werkzeugen und Funktionen für die Datenerfassung, -verarbeitung und -analyse bietet. Es ist eine leistungsstarke Lösung für die Qualitätskontrolle und Inspektion von Produkten in verschiedenen Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Maschinenbau, Medizin und vielen anderen.
Poren
Poren sind Hohlräume, die in einem Material oder Bauteil vorhanden sind. Poren können verschiedene Formen und Größen haben und können durch verschiedene Faktoren wie Materialverarbeitung, Herstellungsmethoden oder Umgebungsbedingungen entstehen.
Porosität
Die Porosität stellt eine dimensionslose Messgröße dar, die das Verhältnis von Hohlraumvolumen zu Gesamtvolumen eines Stoffes darstellt. Bei Werkstoffen kann eine spezielle Porosität notwendig oder gewünscht sein, daher werden sie anhand ihrer Porengröße in die Porenklassen von mikro- bis makroporös eingeteilt. Porosität kann bei allerhand Materialien auftreten, ob natürlichen oder künstlichen Ursprungs. Wer mit porösen Materialien arbeiten möchte, muss die Porenklasse und die Materialeigenschaften unbedingt beachten.
Positionstoleranzen
Bei der Positionstoleranz handelt es sich nach den Normen der Form- und Lagetoleranzen um eine Ortstoleranz. Die Position beispielsweise eines Bohrungsmittelpunkts gilt als toleriert, wenn er in einem Quadrat liegt, dessen Mittelpunkt mit der vorgegebenen Bohrung übereinstimmt. Die Positionstoleranz definiert Punkte, Geraden, Achsen und Ebenen. Gerade bei Lochmustern ist die Positionstoleranz unersetzlich. Wie alle Form- und Lagetoleranzen ist auch bei der Positionstoleranz ihre Eintragung in technische Zeichnungen mit genormten Symbolen geregelt. Durch die Verwendung von exakt geformten Lehren lässt sich die Positionstoleranz in der Fertigung sehr gut prüfen. Die Positionstoleranz lässt sich auch als Bezugssystem für die Ausrichtung bei Messvorgängen nutzen.
Primärprofil
Das Primärprofil einer Oberfläche ist eine abgeleitete Kurve, die aus Werten von bestimmten Analyseverfahren erzeugt werden kann. Technisch ist das Primärprofil zur Feststellung von Rauigkeit und Welligkeit von besonderer Bedeutung. Es gibt optische und taktile messtechnische Methoden, um über eine Fläche ihre Struktur zu ermitteln. Aus den gewonnenen Daten über die Oberflächenbeschaffenheit lässt sich anschließend das Primärprofil als Mittelwert errechnen. Während das Profil einer Oberfläche eine Mischung von Rauheit und Welligkeit darstellt, lassen sich über rechnerische Vorgänge diese beiden Kenngrößen voneinander trennen. So kann beispielsweise die Rautiefe einer Oberfläche einzeln untersucht werden. Spezielle Rauheitsstrukturen sind bei vielen Oberflächen und Bauteilen notwendig oder gewünscht, um eine optimale Funktionstüchtigkeit zu gewährleisten. Zur Schlichtung rauer Oberflächen bieten sich zerspanende Fertigungsverfahren an, wobei eine Nachbearbeitung durch ein frühzeitiges Erreichen der gewünschten Oberflächenstruktur vermieden werden kann. So können Produktionskosten optimiert und Fertigungsketten kurz gehalten werden. Zur Kontrolle der Oberflächenbeschaffenheit und Erstellung von Primärprofilen bieten sich verschiedene messtechnische Methoden an.
Prozessfähigkeitsanalyse
Die Prozessfähigkeitsanalyse ist ein wichtiges Werkzeug zur Bewertung der Fähigkeit eines Prozesses, die Anforderungen zu erfüllen und konsistente Ergebnisse innerhalb bestimmter Toleranzgrenzen zu liefern. Sie wird häufig in der Fertigungsindustrie eingesetzt, um sicherzustellen, dass Prozesse stabil sind und die gewünschte Qualität erreicht wird.
Punktewolke
Bei einer Punktewolke handelt es sich um eine Menge von Punkten eines Vektorraums, die eine unorganisierte räumliche Struktur aufweist. Die in einer Punktewolke enthaltenen Punkte sind jeweils durch ihre Raumkoordinaten definiert, und sie beschreiben die Punktewolke. Im Bereich des Computer Aided Design werden Punktewolken verwendet, um eingescannte Designobjekte in CAD-Systeme einzulesen. Bei anspruchsvollen Formen wird dafür oft ein maßstabsgetreues Modell angefertigt. Dieses wird anschließend mit taktilen oder optischen messtechnischen Scannern eingescannt. Dabei besteht die entstehende dreidimensionale Geometrie vorerst nur aus Punkten im Raum, der Punktewolke. Die gewonnenen Datensätze lassen sich in einige CAD-Programme direkt einlesen, oder aber mithilfe spezieller Software zur Flächenrückführung. Dabei gibt es eine enorme Vielfalt an verschiedenen Programmen zur Verarbeitung von dreidimensionalen Punktewolken, die mit photogrammetrischen Mitteln erzeugt wurden. Diese Programme erzeugen aus geeigneten Fotografien Punktewolken, um diese dann zu 3D-Modellen weiterzuverarbeiten. Ebenso zeigt sich diese enorme Software-Vielfalt bei Programmen zum Einlesen von Laserscanner-Daten, die mit Punktewolken gewonnen wurden. Die gewonnenen Daten werden in diesem Fall in der Regel für eine 3D-Modellierung aufbereitet.