Bevor ein neues Bauteil in die Serienfertigung geht, will der Kunde sicher sein, dass es seine Anforderungen erfüllt. Genau das dokumentiert der Erstmusterprüfbericht – kurz EMPB. Er belegt anhand konkreter Messwerte, dass ein unter Serienbedingungen gefertigtes Erstmuster alle Vorgaben aus Zeichnung und Spezifikation einhält. Dieser Beitrag erklärt verständlich, welchen Zweck der EMPB erfüllt, was typischerweise hineingehört und wie der Ablauf aussieht.
Was ist ein Erstmusterprüfbericht?
Ein Erstmusterprüfbericht ist die dokumentierte Freigabeprüfung eines neuen oder geänderten Bauteils. Anhand eines repräsentativen Erstmusters wird nachgewiesen, dass das Teil alle in der Zeichnung und den mitgeltenden Unterlagen festgelegten Merkmale erfüllt – also Maße, Toleranzen, Werkstoff- und Oberflächenangaben sowie Form- und Lagetoleranzen.
Der EMPB ist damit ein zentrales Element der Erstbemusterung: Er schafft eine nachvollziehbare, prüfbare Grundlage dafür, dass Lieferant und Kunde dasselbe Verständnis vom geforderten Bauteil haben, bevor die Serie anläuft.
Wann wird ein EMPB gefordert?
Eine Erstbemusterung wird typischerweise in folgenden Situationen verlangt:
- bei einem neuen Bauteil vor dem Serienstart,
- nach einer Konstruktions- oder Zeichnungsänderung,
- bei einem Werkzeug- oder Prozesswechsel,
- bei einem neuen Lieferanten oder einem geänderten Fertigungsort,
- nach längerer Produktionsunterbrechung.
Gerade in der Automobil- und Zulieferindustrie ist die Erstbemusterung fester Bestandteil der Lieferantenfreigabe.
Was gehört in einen EMPB?
Der genaue Umfang hängt von der vereinbarten Vorlagestufe und den Kundenvorgaben ab. Typische Bestandteile sind:
- ein Deckblatt mit den Angaben zu Bauteil, Lieferant und Anlass der Bemusterung,
- eine vollständige Merkmalsliste, in der jedes Zeichnungsmaß mit Soll-Wert, Toleranz und gemessenem Ist-Wert aufgeführt ist,
- Nachweise zu Werkstoff und Oberflächen,
- gegebenenfalls Mess- und Prüfprotokolle, Bilder oder weitere geforderte Unterlagen.
Das Herzstück ist die Merkmalsliste: Hier wird jedes geforderte Maß einzeln dem tatsächlich gemessenen Wert gegenübergestellt, sodass auf einen Blick erkennbar ist, ob das Bauteil innerhalb der Toleranzen liegt.
Welche Rolle spielt die Messtechnik?
Die Qualität eines EMPB steht und fällt mit der Zuverlässigkeit der Messung. Jedes Merkmal muss mit geeigneter Messtechnik erfasst und dokumentiert werden. Je nach Bauteil kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz – von der taktilen und optischen Koordinatenmessung bis zur industriellen Computertomographie, mit der sich auch innenliegende Merkmale zerstörungsfrei prüfen lassen.
Ein sauber erstellter Erstmusterprüfbericht ist damit nicht nur ein Formblatt, sondern das Ergebnis einer durchdachten, nachvollziehbaren Messstrategie.
Erstbemusterung bei 3DMT
Wir unterstützen Sie bei der messtechnischen Erstbemusterung Ihrer Bauteile – von der Erfassung der Merkmale mit der passenden Messtechnik bis zur nachvollziehbaren Dokumentation. So erhalten Sie einen belastbaren Nachweis, dass Ihr Bauteil die geforderten Vorgaben erfüllt.
Sie benötigen einen Erstmusterprüfbericht?
Wir beraten Sie zur passenden Messstrategie und erstellen die Dokumentation für Ihre Bauteile.
Zu den Messdienstleistungen Anfrage stellen