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Taktil oder optisch messen?

Antasten oder scannen – beide Verfahren haben ihre Stärken. Wir zeigen, welche Methode für welche Messaufgabe die richtige ist.

Messtechnik · Verfahren im Vergleich

In der industriellen 3D-Messtechnik gibt es zwei grundlegende Wege, ein Bauteil zu erfassen: das taktile Antasten und das berührungslose, optische Scannen. Beide liefern hochpräzise Ergebnisse – aber nicht jedes Verfahren passt zu jeder Aufgabe. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede, Stärken und Grenzen, damit Sie einschätzen können, welche Methode für Ihr Bauteil sinnvoll ist.

Vergleich taktile und optische Messtechnik: links die Leica T-Probe zum Antasten, rechts der Romer Absolute Arm 8530 mit RS6 Laserscanner zum berührungslosen Scannen
Zwei Wege zum Messergebnis: taktiles Antasten mit der Leica T-Probe (links) und berührungsloses Scannen mit dem Romer Absolute Arm 8530 (rechts).

Taktile Messtechnik: Antasten mit dem Taster

Beim taktilen Messen wird die Bauteiloberfläche mit einem Taster physisch berührt. An jedem Antastpunkt wird die exakte Position erfasst. Das Verfahren ist seit Jahrzehnten etabliert und gilt als besonders zuverlässig und genau – gerade bei einzelnen, klar definierten Maßen wie Bohrungsdurchmessern, Abständen oder Form- und Lagetoleranzen.

Seine Stärken spielt das taktile Verfahren überall dort aus, wo es auf höchste Genauigkeit an einzelnen Merkmalen ankommt und die Oberfläche gut zugänglich ist. Bei sehr vielen Messpunkten oder komplexen Freiformflächen wird es jedoch zeitaufwändig, weil jeder Punkt einzeln angetastet werden muss.

Optische Messtechnik: Berührungsloses Scannen

Beim optischen Messen wird die Oberfläche berührungslos erfasst – etwa mit einem Laserscanner. In kurzer Zeit entstehen Millionen von Messpunkten, die als dichte Punktwolke die gesamte Geometrie abbilden. Das ist ideal für komplexe Freiformflächen, flächenhafte Auswertungen und für die Digitalisierung im Reverse Engineering.

Optische Verfahren sind schnell und erfassen auch empfindliche Oberflächen, die man nicht berühren möchte. Ihre Grenzen liegen bei sehr glänzenden oder transparenten Materialien sowie bei tief innenliegenden Merkmalen, die der Scanner nicht „sieht".

Die Verfahren im direkten Vergleich

KriteriumTaktilOptisch
ErfassungPunkt für Punkt durch AntastenFlächenhaft, Millionen Punkte
Stärke beiEinzelmaßen, Form- & LagetoleranzenFreiformflächen, Digitalisierung
GeschwindigkeitLangsamer bei vielen PunktenSehr schnell bei ganzen Flächen
Empfindliche OberflächenBerührung nötigBerührungslos
GrenzenAufwändig bei FreiformenGlänzende/transparente Flächen

Welches Verfahren wann?

Als grobe Orientierung gilt:

In der Praxis ist die Antwort jedoch oft nicht „entweder/oder", sondern „beides". Viele Messaufgaben lassen sich am besten mit einer Kombination lösen – etwa optisch für die Gesamtgeometrie und taktil für die kritischen Einzelmaße. Genau diese Flexibilität ist der Vorteil eines vielseitigen Messgeräteparks.

Beide Verfahren bei 3DMT

Wir arbeiten mit taktilen und optischen Systemen – und kombinieren sie, wo es sinnvoll ist. Welche Methode für Ihr Bauteil die richtige ist, hängt von Geometrie, Material, Toleranzen und Stückzahl ab. Einen Überblick über unsere Systeme finden Sie in unserem Messgerätepark, die einzelnen Leistungen unter Messdienstleistungen. Am besten beraten wir Sie individuell zu Ihrer konkreten Messaufgabe.

Nicht sicher, welches Verfahren Sie brauchen?

Wir beraten Sie zur optimalen Mess-Strategie für Ihr Bauteil – herstellerneutral und auf Ihre Anforderung zugeschnitten.

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