In der industriellen 3D-Messtechnik gibt es zwei grundlegende Wege, ein Bauteil zu erfassen: das taktile Antasten und das berührungslose, optische Scannen. Beide liefern hochpräzise Ergebnisse – aber nicht jedes Verfahren passt zu jeder Aufgabe. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede, Stärken und Grenzen, damit Sie einschätzen können, welche Methode für Ihr Bauteil sinnvoll ist.
Taktile Messtechnik: Antasten mit dem Taster
Beim taktilen Messen wird die Bauteiloberfläche mit einem Taster physisch berührt. An jedem Antastpunkt wird die exakte Position erfasst. Das Verfahren ist seit Jahrzehnten etabliert und gilt als besonders zuverlässig und genau – gerade bei einzelnen, klar definierten Maßen wie Bohrungsdurchmessern, Abständen oder Form- und Lagetoleranzen.
Seine Stärken spielt das taktile Verfahren überall dort aus, wo es auf höchste Genauigkeit an einzelnen Merkmalen ankommt und die Oberfläche gut zugänglich ist. Bei sehr vielen Messpunkten oder komplexen Freiformflächen wird es jedoch zeitaufwändig, weil jeder Punkt einzeln angetastet werden muss.
Optische Messtechnik: Berührungsloses Scannen
Beim optischen Messen wird die Oberfläche berührungslos erfasst – etwa mit einem Laserscanner. In kurzer Zeit entstehen Millionen von Messpunkten, die als dichte Punktwolke die gesamte Geometrie abbilden. Das ist ideal für komplexe Freiformflächen, flächenhafte Auswertungen und für die Digitalisierung im Reverse Engineering.
Optische Verfahren sind schnell und erfassen auch empfindliche Oberflächen, die man nicht berühren möchte. Ihre Grenzen liegen bei sehr glänzenden oder transparenten Materialien sowie bei tief innenliegenden Merkmalen, die der Scanner nicht „sieht".
Die Verfahren im direkten Vergleich
| Kriterium | Taktil | Optisch |
|---|---|---|
| Erfassung | Punkt für Punkt durch Antasten | Flächenhaft, Millionen Punkte |
| Stärke bei | Einzelmaßen, Form- & Lagetoleranzen | Freiformflächen, Digitalisierung |
| Geschwindigkeit | Langsamer bei vielen Punkten | Sehr schnell bei ganzen Flächen |
| Empfindliche Oberflächen | Berührung nötig | Berührungslos |
| Grenzen | Aufwändig bei Freiformen | Glänzende/transparente Flächen |
Welches Verfahren wann?
Als grobe Orientierung gilt:
- Taktil, wenn einzelne, eng tolerierte Maße geprüft werden – etwa Bohrungen, Passungen oder Form- und Lagetoleranzen.
- Optisch, wenn ganze Flächen, komplexe Freiformen oder vollständige Digitalisierungen gefragt sind, oder wenn es schnell gehen muss.
In der Praxis ist die Antwort jedoch oft nicht „entweder/oder", sondern „beides". Viele Messaufgaben lassen sich am besten mit einer Kombination lösen – etwa optisch für die Gesamtgeometrie und taktil für die kritischen Einzelmaße. Genau diese Flexibilität ist der Vorteil eines vielseitigen Messgeräteparks.
Beide Verfahren bei 3DMT
Wir arbeiten mit taktilen und optischen Systemen – und kombinieren sie, wo es sinnvoll ist. Welche Methode für Ihr Bauteil die richtige ist, hängt von Geometrie, Material, Toleranzen und Stückzahl ab. Einen Überblick über unsere Systeme finden Sie in unserem Messgerätepark, die einzelnen Leistungen unter Messdienstleistungen. Am besten beraten wir Sie individuell zu Ihrer konkreten Messaufgabe.
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Wir beraten Sie zur optimalen Mess-Strategie für Ihr Bauteil – herstellerneutral und auf Ihre Anforderung zugeschnitten.
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