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Welches Messverfahren passt?

Taktil, optisch oder Computertomographie? Ein verständlicher Leitfaden, der die drei Kernverfahren gegenüberstellt – damit Sie für Ihr Bauteil die richtige Methode finden.

Messtechnik · Entscheidungshilfe

„Womit sollen wir Ihr Bauteil messen?" – diese Frage steht am Anfang fast jeder Messaufgabe. Die Antwort hängt nicht davon ab, welches Verfahren das „beste" ist, sondern welches am besten zur Aufgabe passt. Taktil, optisch und Computertomographie haben jeweils klare Stärken und Grenzen. Dieser Leitfaden erklärt die Unterschiede und hilft Ihnen, die richtige Methode einzugrenzen.

Drei Messverfahren im Vergleich: optischer AS1-Scanner, taktiler Tastkopf und CT-Auswertung am Monitor
Drei Wege, ein Bauteil zu erfassen (v. l.): optisches Scannen mit dem AS1-Scanner, taktiles Antasten mit dem Tastkopf und die Auswertung einer CT-Messung am Bildschirm.

Die drei Kernverfahren in Kürze

In der industriellen Messtechnik dominieren drei Ansätze, ein Bauteil zu erfassen. Sie unterscheiden sich grundlegend darin, wie sie die Oberfläche abtasten:

Ausführlicher vergleichen wir taktile und optische Erfassung im Beitrag Taktil oder optisch messen?

Stärken und Grenzen im Überblick

KriteriumTaktilOptischCT
ErfassungPunktweise, berührendFlächig, berührungslosVolumen, durchstrahlend
StärkeHöchste Einzelpunkt­genauigkeitSehr schnell, dichte FlächendatenInnenliegende Strukturen sichtbar
Typisch fürMaße, Bohrungen, Form- & LagetoleranzenFreiformflächen, Soll-Ist-Vergleich, KarosseriePoren, Wandstärken, Baugruppen, Hinterschnitte
GrenzenLangsam bei vielen Punkten; nur OberflächeSchwierig bei glänzenden/transparenten Flächen; nur OberflächeAufwändiger; Genauigkeit material- und größenabhängig
Hinweis: Die Übersicht ist eine vereinfachte Orientierung. In der Praxis hängt die optimale Wahl von vielen Faktoren ab – Material, Größe, Geometrie, geforderter Genauigkeit, Stückzahl und Prüfaufgabe. Häufig ist auch eine Kombination mehrerer Verfahren sinnvoll.

Welches Verfahren wann? Eine Entscheidungshilfe

Die folgenden Leitfragen grenzen die Wahl in den meisten Fällen schnell ein:

Liegt das Merkmal innen oder außen?

Geht es um innenliegende Strukturen – Poren, Hohlräume, Wandstärken, montierte Baugruppen oder Hinterschnitte –, führt praktisch kein Weg an der Computertomographie vorbei. Sie ist das einzige Verfahren, das ins Bauteilinnere blickt, ohne es zu zerstören. Liegt das Merkmal außen, kommen taktil und optisch in Frage.

Maße und Toleranzen oder ganze Flächen?

Für klassische Maße, Bohrungen sowie Form- und Lagetoleranzen mit höchster Punktgenauigkeit ist die taktile Koordinatenmessung oft erste Wahl. Geht es dagegen um komplette Freiformflächen oder einen flächigen Soll-Ist-Vergleich gegen das CAD, spielt die optische Messung ihre Stärke aus – schnell und mit dichten Flächendaten.

Wie ist das Material und die Oberfläche?

Glänzende, spiegelnde oder transparente Oberflächen können optische Verfahren erschweren (oft hilft hier eine taktile Messung). Sehr dichte oder große Werkstoffe stellen die CT vor Herausforderungen, weil die Durchstrahlung schwieriger wird. Material und Oberfläche sind daher fast immer Teil der Verfahrensentscheidung.

Einzelteil oder Serie?

Bei großen Stückzahlen zählt Geschwindigkeit – hier punkten optische und automatisierte Verfahren. Bei wenigen, dafür hochpräzisen Merkmalen kann die taktile Messung effizienter sein. Für komplexe Erstmuster mit Innen- und Außenmerkmalen ist oft die CT der schnellste Weg zu einem vollständigen Bild.

Oft ist die Kombination die beste Lösung

In der Praxis schließen sich die Verfahren nicht aus – sie ergänzen sich. Ein Bauteil kann optisch flächig erfasst und an kritischen Maßen taktil nachgemessen werden; die CT liefert zusätzlich das Innenleben. Entscheidend ist nicht das einzelne Gerät, sondern eine durchdachte Messstrategie, die zur Aufgabe und zur geforderten Genauigkeit passt.

Verfahrenswahl bei 3DMT

Mit taktiler, optischer und CT-Messtechnik unter einem Dach sind wir nicht auf ein Verfahren festgelegt – wir wählen das, was zu Ihrem Bauteil passt, und kombinieren bei Bedarf. Schildern Sie uns Ihre Aufgabe, und wir empfehlen Ihnen die passende Messstrategie.

Unsicher, welches Verfahren das richtige ist?

Schildern Sie uns Ihr Bauteil und Ihre Prüfaufgabe – wir empfehlen die passende Methode und erstellen ein Angebot.

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